Transnationale Sprachidentitäten


Durmuş N.

GAL-Sektionentagung 2015 am 23.09.-25.09.2015 an der Europa Universität Viadrina Frankfurt (Oder), Frankfurt, Almanya, 23 - 25 Eylül 2015, ss.141

  • Basıldığı Şehir: Frankfurt
  • Basıldığı Ülke: Almanya
  • Sayfa Sayıları: ss.141

Özet

Im Zeitalter der Globalisierung, das durch komplexe ökonomische, (inter-)kulturelle und soziopolitische Verflechtungen geprägt ist, gewinnen transnationale Sprachidentitäten zunehmend an Bedeutung. Durch anhaltende raum-zeitliche Mobilität und Nutzung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien erschließen sich transnationale Sprachidentitäten neue Lebens- und Sozialräume und tragen entscheidend zum sprachlichen Wandel moderner Gesellschaften bei. Das Vortragsthema steht im Zusammenhang mit dem Projektvorhaben Veränderungen von sprachlichen Formen (Prosodie, Wortschatz, Wortstellung) im Sprachkontakt. Im Fokus des Forschungsvorhabens steht die Entwicklung der türkischen Sprache zu einer plurizentrischen Sprache und der daraus ableitbaren sprachpolitischen, kulturellen und ökonomischen Bedeutung für die EU und die Türkei. Rückblickend auf eine nun mehr als fünfzigjährige Migrationsgeschichte befindet sich die türkische Sprache in einem Sprachwandelprozess in Westeuropa. Vor dem Hintergrund komplexer multilingualer Sprachkonstellationen (Ethnolekte/Soziolekte) zeichnet sich der Sprachgebrauch von Migrantentürken durch die Verwendung unterschiedlicher Varianten der Varietäten des Türkischen und anderer Mehrheitssprachen (inklusive der dialektalen Varianten), häufiges "codeswitching/-mixing" sowie kreative "polylanguaging"-Praktiken aus. Binnenmigration in Westeuropa und Remigration in die Türkei fördern die Herausbildung transnationaler Identitäten unter den Migrantentürken, die eine Ressource der kulturellen, sozialen und ökonomischen Bereicherung der EU und der Türkei darstellen. Im Rahmen von Interviews zu individuellen Sprachbiographien soll das sprachliche Repertoire transnationaler Sprachidentitäten unter den Migrantentürken einer näheren Analyse unterzogen werden und mögliche Ansätze zu einer besseren Integration der unterschiedlichen Sprachbiographien von Migrantentürken in die Lernersprachenforschung aufgezeigt werden.